Eltern müssen mit gutem Beispiel vorangehen!

Eltern sehen Kulturelle Bildung als wichtige Grundlage für den Lebenserfolg ihrer Kinder an. So sind sie der Ansicht, dass musische Bildung bedeutende Auswirkungen auf die persönliche und berufliche Laufbahn ihrer Kleinen hat. Das zeigt die Repäsentativbefragung von Eltern zur Bedeutung und Praxis Kultureller Bildung (Eltern / Kinder / Kulturelle Bildung. Horizont 2017), die im Auftrag des Rates für Kulturelle Bildung vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) durchgeführt wurde. Befragt wurden bundesweit Eltern (331 Mütter und 333 Väter) mit Kindern im Alter von bis zu 17 Jahren, deren ältestes Kind mindestens 3 Jahre ist.

Interesse hängt vom kulturellen Engagement der Eltern ab
Das Interesse der Kinder an verschiedenen Kulturbereichen hängt stark vom kulturellen Engagement der Eltern ab. Ein wichtiges Ergebnis dazu liefert die Repräsentativbefragung aus dem Bereich Musik: Mütter und Väter, die mindestens einmal im Monat ein Instrument spielen, musizieren zu 83% auch gemeinsam mit ihren Kindern. Spielen die Eltern kein Instrument, ist nur ein gutes Viertel der Kinder musikalisch aktiv.

Geringes Interesse bei Eltern mit einfachem Abschluss
Während Eltern aus besseren ökonomischen Verhältnissen, die über einen höheren Bildungsabschluss verfügen, deutlich mehr Wert auf Grundkenntnisse im Bereich Kultur legen, sieht es bei Eltern mit mittlerem oder einfachem Abschluss ganz anders aus: Sie äußern ein geringeres Interesse an Kultur und finden ein Grundwissen in diesem Bereich weniger wichtig. Darüber hinaus trauen sie sich weniger zu, ihr Kind in seinen kulturellen Interessen zu unterstützen. Gerade mal ein Drittel ist davon überzeugt, dem Kind ausreichen helfen zu können.

Lage besonders drastisch bei alleinerziehenden Eltern
Unterdurchschnittlich interessiert daran, dass ihre Kinder außerhalb von Schule und Kita an angeleiteten Kulturangeboten teilnehmen, sind Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss und Alleinerziehende. Sie zeigen ein signifikant geringes Interesse daran, dass ihre Kinder an angeleiteten Angeboten in den Bereichen Kunst, Musik, Tanz und Theater teilnehmen. Somit kommt der Schule als einziger Ort für Kinder aus sozial-benachteiligten Schichten, an dem an dem kulturelle Interessen entdecken können, eine sehr wichtige Rolle zu.

Bundesweite Versorgung nötig
Bereits die Studie „Jugend/Kunst/Erfahrung. Horizont 2015“ des Rates für Kulturelle Bildung zeigte, welche zentrale Rolle den Eltern bei der Herausbildung und Förderung kultureller Interessen von Kindern zukommt. Die ergänzende Untersuchung soll Auskunft darüber geben, welche Bedeutung Kulturelle Bildung aus Sicht von Eltern hat. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine bundesweite qualitativ hochwertige und quantitativ hinreichende Grundversorgung mit Angeboten Kultureller Bildung im vorschulischen Bereich als Ausgleich sichergestellt sein muss.

Zum Rat für Kulturelle Bildung
Der Rat für Kulturelle Bildung ist eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Karl Schlecht Stiftung, PwC-Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stiftung Mercator und der Stiftung Nantesbuch. Als unabhängiges Beratungsgremium befasst sich die Initiative mit der Lage und der Qualität kultureller Bildung in Deutschland. Weitere Informationen zum Rat für Kulturelle Bildung erhalten Sie hier

Die Kurzversion der Studie finden Sie hier