25. August 2018

KRASSes Sommerfest

Zum 3. Büdchentag in Düsseldorf war KRASS  mit einem umfangreichen Programm am Schillerplatz zum alljährlichen Büdchentag präsent.

Die gut organisierte Veranstaltung unter dem Motto „Sommerfest“ das von 12 – 22 Uhr statt gefunden hatte, begeisterte nicht nur viele Besucher, sondern die Macher selbst.

Hochmotiviert trafen sich am an diesem Tag KünstlerInnen, administrative Ehrenamtliche und MusikerInnen, teilweise zum ersten mal, obwohl diese mitunter schon länger für den Verein KRASS tätig sind und damit auch die kulturelle Bildung von Kindern u. Jugendlichen fördern und unterstützen.

Das KulturMobil, ausgestattet mit allem was Kinder in Sachen malen, basteln, modellieren und musizieren fördert, hatte sich in Mitten des Geschehens platziert. Kinder konnten somit ihrer künstlerischen Ader einfach freien Lauf lassen.

Ein LKW mit Tischen und Bänken für die Veranstaltung gerüstet wurde später zur Leinwand für Plakate der Künstler, sowie zum Backround für die Bühne der Band von Antonius Papamichail, die an diesem Tag mit griechischer Live-Musik begeistern konnte, wie auch für die ganztägige Hintergrundmusik von DJ Chris Feculak.

Es reisten viele Künstler/Musiker/PädagogenInnen zur Gestaltung von Musik und Tanz an, um den Kindern vor Ort die praktische Anwendung näher zu bringen. .

So zum Beispiel, Mareike van Elsbergen, Loresa Maloku, Uli Tiepermann, Stephanie Kowalskials wundervolle Fotografin, die Tanztruppe von Capoeira,  KinTop aus Garath, Anja Belzner von Rheinklänge, Heidemarie Exner von Tanzeit und Natalie Kiboumou de Graaf von den Businesraupen. Sie alle begleiteten die Veranstaltung auf wundersame Weise zur Freude aller Besucher. Wir freuen uns jetzt schon auf das Jahr 2019 und bedanken uns bei allen ehrenamtlichen und amtlichen Helfern.

21. Juni 2018

Social Day der Vodafone RechtsanwältInnen

…was war das für ein großes Hallo und eine Freude für Claudia Seidensticker, die RechtsanwältInnen von Vodafone frühmorgens zu treffen. Auf der Agenda standen viele kleine wichtige Vereins Arbeiten (wie z.B.: Inventurliste Lager Bilk, Inventur Lager Rath, Inventur KulturMobil, KuMo waschen, aufräumen und katalogisieren u.v.m.) die das Team an ihrem sozialen Tag für und mit KRASS *freu freu freu* erledigen wird. Dadurch dass der Verein keine sozialversicherungspflichtigen Festangestellten und auch kein Office oder anderes Nest hat und sich nur aus Spenden und Förderanträgen bei Land/Bund und Kommune nährt, fallen solche Aufgaben meistens unter den Tisch. Schrecklich, aber wahr in einem kleinen Verein! Daher war an dem Tag große Freude angesagt und hier ein paar Impressionen vom „Social day“ der Vodafone Truppe! Fotos sagen ja mehr aus als Worte: ALSO, schaut und viel Vergnügen! Liebe Grüße Claudia von KRASS

 

30. Mai 2018

Auftakt unserer neun wöchentlichen Videoreihe#WirSindKrass

Mit dieser Reihe wollen wir euch einen Einblick in unsere KRASSe Welt und die Arbeit unserer künstlerischen LeiterInnen gewähren und euch gleichzeitig vor Augen führen, woraus sich der KRASSe Erfolg unseres Vereines nährt.

In den Rubriken Tanz, bildende Kunst, Musik und Theater setzt KRASS e.V. seit zehn Jahren zahlreiche Projekte um, mit denen allen Kindern und Jugendlichen der kostenlose Zugang zur kulturellen Bildung ermöglicht wird.

Wir danken unseren künstlerischen LeiterInnen, die mit ihrer Profession jeden Tag unsere KRASSe Vision mit gestalten und sie in die Welt tragen. Ihr seid Klasse!

 

12. Mai 2018

Abschlussveranstaltung des Projektes „anders 3.0“

Die Junge Aktionsbühne (JAB) im Haus der Jugend verwandelte sich in einen kulturellen Treffpunkt. Rund 30 Projektteilnehmer setzten sich drei Monate lang mit den Themen „Vielfalt“ und „Diversität“ auseinander. Entstanden ist dabei ein einzigartiges Kulturprogramm mit Kunstausstellung und Bühnenshow.

Vorzeigeprojekt für „gelebte Integration“
„Ich bin begeistert von dem Projekt“, schwärmt Sabine Fleischer, Projektleiterin der JAB (Haus der Jugend), und führt fort: „Selten werden Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung auf solch einer kreativen Plattform zusammengebracht“. Für Fleischer ist das KRASSe Angebot „anders“ ein Vorzeigeprojekt, wenn es um „gelebte Integration“ geht. Die Teilnehmer haben unterschiedliche Lebenswege, vielfältige Geschichten im Gepäck und bringen Fluchterfahrung mit. Kurz: Sie sind alle „anders“! Und wer anders ist, hat viel zu erzählen, zu zeigen und auszudrücken.

Davon konnten sich mehr als 100 Gäste selbst überzeugen. Die 14 bis 22-Jährigen präsentierten unter anderem eine Video-Performance, deutsch- und arabisch-sprachige Rap-Performances, eine Poetry-Performance, Zeichnungen, Grafittis, Gedichte, und einen Film über Freundschaft und Selbstverwirklichung.

Leidenschaftlicher Friseur und orientalische Klänge
Azad ist 14 Jahre alt und brennt für den Friseurberuf. Der Gesamtschüler unterstützte seinen älteren Bruder in dessen Friseurladen, bevor er mit seinen Eltern die Heimat im Irak verließ. Für ihn wurde in der Eingangshalle der JAB eine Barber-Ecke eingerichtet. Parallel zu seiner beeindruckenden Videoperformance auf der Leinwand ist Azad wieder leidenschaftlich am Frisieren und stellt seine Künste zur Schau. „Alle, die ich frisiert habe, waren sehr zufrieden“, so der 14-Jährige. Roujin brachte sich mit ihrem musikalischen Talent in “anders” ein. Die Bouzouki-Performance der 15-jährigen Syrerin entführte das Publikum in die Welt der orientalischen Klänge.

Talentierter Poet kritisiert Lehrer
Zartosht ist ein Meister der Worte. Was ihn bewegt, vor allem, was ihn stört, bringt er mit Gedichten gekonnt auf den Punkt. So auch der Umgang mit Gedichten im Schulunterricht. Seinen Unmut bringt er wie folgt zum Ausdruck: “Mann, was ist daran so schwer/ Gedichte zu erklär’n / Ohne Köpfe zu beschweren? / man muss doch nur Freiheit gewähren, / die Gedichte selbst zu verstehen / sie mit eigenen Augen zu sehen. Sollte sich an der Vermittlung von Gedichten in der Schule nichts ändern, attestiert der junge Poet ihnen ein trauriges Ende: Gedichte werden schon sehr bald ruh’n / sollten wir da weiter auf unsere Lehrer hören.

„Freunde müssen sich gegenseitig auffangen“
Auch die Schüler Laurin, Lukas, Kilian und Manuel brachten das, was sie beschäftigt und bewegt auf den Punkt und drehten einen Film. Das Werk besticht besonders durch seine autobiographischen Züge. So verarbeiten die Jugendlichen die Themen Träume und Selbstverwirklichung, aber auch Freundschaft und Verlust des besten Freundes. „Freunde müssen sich gegenseitig auffangen und sich darin bestärken an sich und seine Talente zu glauben“, so das Film-Team von anders. Bereits in der zweiten Runde hatten sich Kilian und Manuel gesellschaftskritisch mit dem Thema Konsumgesellschaft auseinandergesetzt und viel Lob erhalten. „Unser zweiter Film ist deutlich besser, als der erste“, stellten die besten Freunde fest. Sie wünschen die Fortsetzung des Projektes und versichern: Unser nächster Film wird auch wieder viel besser”, so die jungen Filmemacher.

Teilnehmer leuchten auf der Bühne
Glücklich und zufrieden sind an diesem Abend aber nicht nur die Projektteilnehmer, sondern auch KRASS-Gründerin Claudia Seidensticker-Fountis, die sowohl Projektteilnehmer, als auch die künstlerischen Leiter Barbara Rückert und Jason Firchow lobt. „Wenn an diesem Abend alle Teilnehmer auf der Bühne leuchten, dann haben die künstlerischen Leiter die KRASSe Vision super umgesetzt und das Beste aus den Kindern und Jugendlichen herausgeholt. Das macht mich sehr stolz“, so Seidensticker.

12. Mai 2018

Beim Quartiersfest im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk 

Kreative Freiräume für Kinder
Während sich der Stadtteil von seiner interkulturellen Seite zeigt, ist KRASS e.V. mit einem Stand und verschiedenen Kunstangeboten für alle Kinder vor Ort. Das KRASSe Mal- und Bastelprogramm unter der künstlerischen Leitung von Jennifer Trautwein und Aischa Sabbouh-Eggert bietet den Kindern kreative Freiräume: Aus jeglichen Bastelmaterialen wie Klorollen und Stoffen können die kleinen Gäste entweder Tiere und Phantasiegeschöpfe zu Leben erwecken und ihre tierischen und phantastischen Lebensräume gestalten.

Viele Begegnungen
„Auch in diesem Jahr nutzen wir die Chance auf dem Quartiersfest, Kindern Kunst näherzubringen und den Bewohnern und Gästen unsere Vereinsarbeit“, so die Vereinsgründerin Claudia Seidensticker-Fountis. Das Team um Seidensticker freut sich auf das interkulturelle Fest und die vielen Begegnungen mit den kleinen wie großen Gästen.

Pädagogisch-hochwertige Arbeit mit Kindern
Darüber hinaus können sich alle Gäste und InteressentInnen näher über die Arbeit unseres Vereins informieren, einen Eindruck über unsere pädagogische hochwertige Arbeit mit Kindern werfen und dabei sich von dem vielfältigen Kulturprogramm beeindrucken lassen. Das bietet neben Liveacts und orientalischen Köstlichkeiten auch ein Henna-Zelt und eine Hüpfburg für die kleinen Gäste.

Positives Image schaffen
Das Maghreb-Mai-Fest wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal realisiert. Ziel war es, den als Problembezirk „verrufenen“ Stadtteil von seiner positiven Seite zu zeigen und BürgerInnen und Geschäftsführer vor Ort zusammen zu bringen.

21. März 2018

„Gemeinsam sind wir stärker“

Bei „Trommeln mit Moussa“ entdecken Kinder neue musikalische Welte

Trommeln, singen, bewegen: Im Rahmen des KRASSen Angebotes „Trommeln mit Moussa“ in der städtischen Jugendfreizeiteinrichtung Kinderspieltreff (Stadtteil: Friedrichstadt) kommen alle Teilnehmer zwischen sechs und 15 Jahren voll auf ihre Kosten.

Wenn Moussa den Rhythmus auf der Trommel vorgibt, ist es muchsmäuschenstill. Rund 20 neugierige Augen richten sich auf einen Punkt. Im Anschluss wird die Stille gegen ein bebendes Trommeln eingetauscht. Die Teilnehmer machen es dem Musiklehrer eifrig nach. Gerät dabei mal einer aus dem Takt, begegnet der 38-Jährige dem Ganzen mit Entspanntheit und aufbauenden Worten: „Es ist nicht schlimm, wenn ihr den Rhythmus nicht trefft, aus Fehlern lernt man“. Moussas Einstellung ist das Resultat langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Kindern. Als Lehrer arbeitet er unter anderem für die Clara-Schumann-Musikschule. Am liebsten unterrichtet er allerdings Kinder, „weil sie immer so positiv sind“, so der Senegalese.

Das Gefühl von Zusammenhalt
Die Teilnehmer erwartet bei Moussa ein entspannter und ausgefallener Unterricht. Besonders am Herzen liegt ihm, den Kinder die afrikanische Kultur nahezubringen. So vermittelt er ihnen auch Texte auf seiner Muttersprache Wolof: „Saysay be Inaleolema“, was zu Deutsch bedeutet: gemeinsam sind wir stärker! Mit der Sprache will Moussa ihnen ein Gefühl von Gemeinschaft mit auf den Weg geben. Er selbst ist in einer 13-köpfigen Familie aufgewachsen, die er vor sieben Jahren verließ und nach Deutschland zog. Das Gefühl von Zusammenhalt und die Kraft, die durch Nähe entsteht, sind tief in seiner Lebensweise verwurzelt. Sein Angebot versteht er als kreative Basis, auf der Begegnungen entstehen und gedeihen sollen.

Selbstbestimmte Freizeitgestaltung
Was das Angebot von Moussa von anderen unterscheidet, ist die selbstbestimmte Teilnahme am Kurs: Sie können sich Teilnehmer einen Stuhl schnappen und dazugesellen, oder aber mittendrin aufhören und einer anderen Freizeitgestaltung im Kinderspieltreff nachgehen. Den Kindern einen großen Raum zur selbstbestimmten Freizeitgestaltung zu bieten ist Einrichtungsleiter Mostafa Zergani sehr wichtig. So betrachtet er den Trommel-Kurs von KRASS e.V. als wichtige Ergänzung zum Freizeitprogramm der Einrichtung. „KRASS e.V. ist mir unter anderem durch die Aktionen am Fürstenplatz mit dem Kulturmobil vertraut und so hat mich die Kooperationsanfrage vom Verein sehr gefreut“, so Leiter Zergani.

Anlaufstelle bei Problemen
Der Kinderspieltreff „Oberbilker Allee“ (Oberbilker Allee / Corneliusstraße) hält für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren vielfältige Möglichkeiten bereit: von Hausaufgabenbetreuung über Klettersport, kreative Angebote, Ferienprogramme, Ausflüge und Fahrten. Auch bei Problemen in der Schule und im Elternhaus ist die städtische Jugendeinrichtung eine Anlaufstelle für Jungen und Mädchen. Weitere Informationen zur Einrichtung finden Sie hier
03. März 2018

13. Mai 2018


Erfolgsprojekt „anders“ geht in die dritte Runde

30 Teilnehmer, riesige Ideen und unbegrenzte Möglichkeiten: Unter dem Stichwort „Diversität“ bringt das integrative Projekt von KRASS e.V. Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung zusammen, die ihr „Anderssein“ in den Rubriken Film, Mode, bildende Kunst, Rap, Graffity und Poetry zum Ausdruck bringen. Eine Abschlussveranstaltung mit buntem Bühnenprogramm erwartet das Publikum am 13.05. im JAB.

Viele Ideen, Interessen und Pläne
Farbdosen, Schablonen, Sticker und Leinwände – allerlei Kunstmaterial steht auf mehreren Tischen verteilt. Auf der Bühne rappen Jugendliche ins Mikro, eine Gruppe von Jugendlichen steht noch in der Ecke der Halle vom JAB – sichtlich in Gedanken: Wie kann man „Anderssein“ beschreiben oder aufzeigen, wie darüber rappen? Mit diesen Fragen setzen sich die 14- bis 20-Jährigen in unterschiedlichen Kunstformen auseinander. Ihnen zur Seite stehen Projektleiter Jason Firchow und Barbara Rückert. „Die Ideen stammen von den Teilnehmern, wir unterstützen sie nur in der Umsetzung“, so Barbara Rückert, die von den ersten Impulsen überwältigt ist. Von Film, Mode, bildende Kunst, über Musik und Rap, bis hin zu Graffity und Poetry- die „anders 3.0“-Teilnehmer haben viele Ideen, Interessen und Pläne, mit denen sie vor ihr Publikum treten möchten.

Von Modekollektionen, Musikvideos und arabisch-sprachigen Raps
So wollen Nadja, Maxin und Sofia von der Dieter-Forte-Gesamtschule ihre eigene Kostüm-Kollektion auf die Beine stellen und gehen dabei einen sehr kreativen Weg: Die Kollektion ist nicht auf Stoffe beschränkt, sondern beinhaltet auch unterschiedliche Materialien wie Papier, Zeitung und ähnliches. Geplant ist auch ein Musikvideo von einer Reihe von Jugendlichen, die sich multimedial mit persönlichen Themen auseinandersetzen wollen. Ahmad hingegen hat noch keine genaueren Vorstellungen davon, wie er sich einbringen könnte. Doch bringt der 15-jährige Schüler mit Fluchterfahrung schon konkrete Interessen und Hobbies mit: „I like performing my own lyrics“, so der Gesamtschüler (Heinrich-Heine-Gesamtschule Düsseldorf). Mit seiner Familie verließ Ahmad seine Heimat Syrien und lebt seit einem Jahr in Düsseldorf.

Ideen gemeinsam in eine Form gießen
Für die Projektleiter ist es von immenser Bedeutung, dass sich die Teilnehmer sich eigeninitiativ und persönlich einbringen. Ob die Texte nun auf Deutsch, Englisch oder Arabisch über die Lippen gehen, ist ihnen überlassen. „Wir finden es sehr gut, wenn die Teilnehmer mit diffusen Gedanken zum Projekt kommen und noch nicht genau wissen, was sie machen wollen, denn hier gießen wir die Ideen gemeinsam in eine Form“, so die KRASSen Projektleiter.

Bekannte Gesichter
Auch bekannte Gesichter aus den vergangenen Runden von „anders“ sind wieder dabei: Zartosht nutzte anders 2.0 als Plattform, um seine Gedanken zum Thema Diverstität an die Öffentlichkeit zu bringen. Das Gedicht, das er auf der Abschlussveranstaltung vortrug, stellt zwei Fluchterfahrungen gegenüber: die Flucht aus Deutschland im Zuge des Zweitem Weltkrieges und die Flucht nach Deutschland (aktuell).

„anders“ genießt gute Resonanz an Schulen
Nicht nur bei den Teilnehmern und dem Publikum, sondern auch an Schulen kommt das Erfolgsprojekt von KRASS e.V. sehr gut an: „Wir erhielten mehrfach die Rückmeldung der Lehrerinnen und Lehrern, dass sich die Kommunikation zwischen Schülern mit und ohne Fluchterfahrung durch „anders“ verbessert habe“, erklären Barbara Rückert und Jason Firchow. Darüber hinaus sind im Rahmen des Projektes Freundschaften entstanden: „Wir möchten, dass sich Schüler aus Regel- und Seiteneinsteiger-Klassen näher kommen, an einem Strang ziehen und sich kreativ begegnen“, so Barbara Rückert.

Alle Daten zum Projekt auf einen Blick
Start: 19.02.2018
Ende: 13. Mai 2018
Jeden Montag zwischen 17.30-21.00 Uhr im JAB
(Haus der Jugend, Lacombletstraße 10, 40239 Düsseldorf)

Zur Abschlussveranstaltung von „anders 3.0“, am 13.05.2018, im JAB sind alle Medienvertreter und Interessenten herzlich eingeladen. Weitere Informationen zum Programm und zur Uhrzeit folgen in den kommenden Wochen.

10. Februar 2018

Die Welt entdecken und eigene Spuren hinterlassen

Wenn der Gruppenraum der Flüchtlingsunterkunft an der Meineckestraße jeden Mittwoch aufgeschlossen wird, betreten Kinder und Jugendliche zwischen drei und 16 Jahren eine kreative Welt. Und in der hinterlassen sie ihre Spuren!

Eigene Impulse mitbringen
Heute soll es um Karneval gehen und entstehen sollen bunte Masken. Das notwendige Material für das KRASSe Kreativangebot hat Mareike van Elsbergen, künstlerische Leiterin des Projektes, mitgebracht. Seit Ende 2016 leitet die Diplomkunsttherapeutin gemeinsam mit Sibel Durmaz das Angebot für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung. Beide eint der Wunsch, Kinder mit Kunst und Kultur in Verbindung zu bringen und gleichzeitig einen Raum der Begegnung zu schaffen. Die Teilnehmer sollen ihre eigenen Impulse mitbringen und mittels unterschiedlicher Materialien ihre eigenen Spuren hinterlassen: „In der Kindheit kann man das am besten, denn da ist man neugierig und frei von den Einschränkungen der Erwachsenenwelt“, stellt Mareike fest.

Austausch steht im Vordergrund
„Manchmal ist das Angebot auch eine Möglichkeit für die Teilnehmer, sich mit den Praktikanten über Dinge auszutauschen, die sie beschäftigen“, erklärt Sibel Durmaz. Die Kindheitspädagogin ist von der ersten Stunde an dabei gewesen und hat viele Kinder auf ihrer kreativen Reise begleitet: „Teilweise waren die Kinder am Anfang sehr ruhig und in sich gekehrt.“ Heute wird sie von diesen Kindern mit herzlichen Umarmungen geradezu überschüttet. So auch ihre Tochter. Belgin Durmaz hätte an ihrem ersten Tag in der Unterkunft nicht gedacht, dass sie so lange bleiben würde. Inzwischen engagiert sich die 14-Jährige seit über einem Jahr an der Meineckestraße. „Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, wie sehr sich die Kinder auf einen freuen“, erklärt die Gymnasiastin, der die Kinder sehr ans Herz gewachsen sind.

Kindern helfen, die ein neues Leben beginnen
Dajana Deckers fand den Weg zum KRASSen Kreativangebot über ein Sozialpraktikum. Seit mehreren Monaten unterstützt sie das KRASSe Team und hat für sich entschlossen: „Nach dem Praktikum, werde ich hier ehrenamtlich einsteigen.“ Auf die Frage, warum sie ihr Praktikum in einer Flüchtlingsunterkunft absolviert, entgegnet die 15-jährige nach kurzem Innehalten mit der Begründung: „Ich wollte den Kindern helfen, die in Deutschland ein neues Leben beginnen.“

Kostüme stehen schon bereit
Sümeyye* ist eines dieser Kinder. Seit vier Jahren lebt sie mit ihren Eltern und Geschwistern in Deutschland. Für sie ist das Angebot von KRASS e.V. eine Möglichkeit „coole Sachen zu machen“. Aufgefallen ist Sümeyye den Kursleitern durch ihre Lebhaftigkeit. Die Viertklässlerin hat sich schnell eingebracht und hilft neuen Teilnehmern bei Sprachbarrieren. Eine Karnevalsmaske hat sie heute nicht gebastelt, was nicht heißen soll, dass sie Karneval nicht feiert. Ihre Kostüme stehen bereit, nur entscheiden kann sich sie sich noch nicht ganz, „entweder gehe ich als Tiger oder Hexe“, erklärt sie. In der nächsten Woche wird sie Belgin davon berichten – soviel steht fest! *Name von der Redaktion geändert

8. Februar 2018

Back to the roots: Battles mit spielerischem Charakter !

„Beim HipHop geht es um Respekt!“ erklärt Franziska Schulz den Teilnehmern des Tanzkurses „back to the roots“. Seit 2017 leitet die 28-jährige das Angebot von KRASS e.V. an der Anne-Frank-Realschule gemeinsam mit Mira Scholz.

Spielerischen Charakter im Blick behalten
Jeden Donnerstag nehmen bis zu zwanzig Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Jahrgangsstufe an dem Angebot teil. Die Kursleiterin bringt neben mehrjähriger Erfahrungen aus der Tanzszene auch reichlich Wissen rund um die Kunstform mit und versorgt ihre Teilnehmer mit Eckdaten: Die Hip-Hop-Kultur entwickelte sich in der New Yorker Bronx der 1970er Jahre. Spätestens seit Mitte der 1990’er Jahre hat sich die weltweit größte Jugendbewegung auch in Deutschland etabliert und dient Kindern und Jugendlichen als Sprachrohr. „Wichtig ist, dass die Teilnehmer niemals den spielerischen Charakter beim Battlen verlieren“, erklärt Franziska Schulz. Battlen bezeichnet ein Duell, bei dem zwei Tänzer gegeneinander antreten. „Doch“ fügt Schulz hinzu, „immer aus Spaß und auf der Basis von Respekt und Austausch.“ Die ausgebildete Juristin erlebt das das Tanzen als belebenden und kreativen Ausgleich zu ihrer Tätigkeit im Verwaltungsgericht.

Gemeinschaftsgefühl steht im Vordergrund
Die Vielfalt im Kurs spiegelt sich ganz besonders in der Choreographie wieder: von Basics über Freestyle werden den Teilnehmern Variationen aus den „Urban Styles“ vermittelt, aber auch viel Raum für die eigenen Wünsche geboten. Angeleitete Schritte werden mehrfach wiederholt, dazwischen dürfen die Teilnehmer auch eigene Choreos einwerfen. Was den Kurs auszeichnet, ist das Gemeinschaftsgefühl, mit dem Leiterin und Teilnehmer vorgehen. Jede eigens initiierte Bewegung wird in den Kurs integriert und von allen gemeinsam wiederholt. Wer nach hitzigen Konkurrenzkämpfen sucht, wird hier nicht fündig. Ganz im Gegenteil: Die Teilnehmer tanzen und lernen gemeinsam. Im Vordergrund steht das „wir“ und nicht nur das „ich“. Dadurch entdecken die Teilnehmer die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten des Tanzes für sich und üben sich gleichzeitig als Teamplayer. Von männlicher Dominanz, die so typisch für die Hip-Hop-Szene ist, merkt man hier übrigens auch nichts: Im Tanzkurs sind die Schülerinnen nämlich deutlich in der Überzahl!

Elsa tanzt
Neben dem Tanzkurs an der Anne-Frank-Realschule betreut Franziska Schulz einen weiteren an der Jan-Wellem-Förderschule. Beide Kurse sind Teil des KRASSen Angebotes „Elsa tanzt“. Von der Bildungsmaßnahme, die speziell auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten wird, profitieren Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren. Weitere Informationen zu „Elsa tanzt“ lesen Sie hier

22. Januar 2018

 Grenzenlos musizieren, tanzen und singen

Neugierig tummeln sich Eltern, Kinder und Bekannte an der Tür und lauschen den singenden Kindern der Flüchtlingsunterkunft an der Roßstaße. Die drehen gerade ordentlich auf, singen und tanzen zu dem Lied, das Projektleiter Enrique Martinez für sie mitgebracht hat: „Ich lieg gern im Gras und schau‘ zum Himmel rauf, / schaun die ganzen Wolken nicht lustig aus?“

Lieder von der Unbeschwertheit
Die beschriebene Unbeschwertheit ist den Teilnehmern des Musikangebotes „Musik ohne Grenzen“ nahezu fremd, denn seit mehreren Monaten sind sie mit insgesamt 300 Menschen mit Fluchterfahrung im ehemaligen Finanzamt an der Roßstraße untergebracht. Der Alltag ist für die Bewohner alles andere als unbeschwert. Das will KRASS mit dem musikalischen Workshop zumindest für zwei Stunden in der Woche ändern und bedient sich dabei der unbegrenzten Möglichkeiten von Musik. So bringt Enrique Martinez, der das Projekt seit März 2016 gemeinsam mit mehreren ehrenamtlichen Helfern leitet, jeden Montag eine Gitarre oder verschiedene Liedtexte und einen Rekorder mit. Wichtig ist, dass den Teilnehmern beim Musizieren, Singen und Tanzen keine Grenzen gesetzt werden. Dementsprechend lebhaft geht es in dem Musikraum während des Angebots.

Ichstärke fördern
Mit dem Projekt will der Leiter die Kinder in der Entwicklung der Ichstärke unterstützen. Auch der deutschen Sprache sollen sie mit den Liedern nähergebracht werden. Für viele Teilnehmer ist der Kurs der erste Kontakt zur deutschen Sprache. Die Entwicklung der Teilnehmer erfolgt sprachlich, vor allem aber persönlich. Die Vereinsvertreter haben schon so manches Mal beobachten dürfen, wie Kinder ihre Schüchternheit überwanden.

Vertrauen gewinnen
„Manche Kinder waren bei den ersten Begegnungen sehr still und in sich gekehrt, doch inzwischen können wir uns vor herzerwärmenden Begrüßungen der Kinder kaum retten“, lacht Projektleiter Enrique, der beidseitig von den teilnehmenden Kindern umarmt wird. So herzlich war es nicht immer. Besonders in der ersten Zeit begegneten Eltern und Kinder der Roßstraße den Vertretern von KRASS mit Misstrauen. Das änderte sich mit regelmäßigen Begegnungen zwischen den Bewohnern und den Vereinsvertretern „vor allem aber mit der Teilnahme am Karnevalsumzug konnten wir das Eis zwischen den Kindern und besonders den Eltern brechen“, stellt Enrique fest. Auch für dieses Jahr ist eine Karnevalsparty mit den Kindern geplant. Und bis dahin springen, tanzen und singen sie Lieder von der Unbeschwertheit: Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger / bin so stark, stark, stark wie ein Tiger / und so groß, groß, groß wie ‘ne Giraffe, so hoch. Ohahah

Weitere Informationen zum MusikProjekt finden Sie hier

10. Januar 2018

Von der Kunst etwas anders zu machen

Wer glaubt, Kinder seien für Kunst nicht zu begeistern, der irrt gewaltig. Vom Gegenteil überzeugt Anja Sonneson im Rahmen ihres Kunst-Workshops „Studio K“. Beim monatlichen Angebot im KiT (Kunst im Tunnel) handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Kunsthalle Düsseldorf, Krass e.V. und dem KiT – Kunst im Tunnel.

Knallige Perücken, glitzernde Hüte und Federmasken
Angelehnt an die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf („Akademie“ [Arbeitstitel]), möchte sie mit den Teilnehmern zwischen fünf und 13 Jahren eine vergangene Performance aus der Geschichte der Kunsthalle nachstellen. Dazu hat sie zahlreiche ausgefallene Verkleidungen mitgebracht. Zwischen knalligen Perücken, glitzernden Hüten und Federmasken greift jeder Teilnehmer zu einem Verkleidungsstück. Augenblicklich verwandeln sich die Workshop-Teilnehmer in Fotomodels, schlüpfen in neue Rollen und posieren nach Herzenslust. Festgehalten werden die Momente mit einer Kamera und im Anschluss gemeinsam angesehen und ausgedruckt.

Vehikel für neue Visionen
Mit ihrem Workshop möchte Anja Sonneson, die das Angebot seit zwei Jahren leitet, nicht nur ein Kunstbewusstsein vermitteln. Genauso wichtig ist der bildenden Künstlerin auch, ihren Teilnehmern Mut und Experimentierfreude mit auf den Weg zu geben: „Kunst lebt davon, etwas zu wagen und anders zu machen als gewohnt“, betont Sonneson und führt fort: „Kunst bedeutet Schöpfung und kennt kein richtig oder falsch.“ Damit spricht die gebürtige Düsseldorferin der Gründerin von Krass e.V. aus der Seele. Auch Claudia Seidensticker-Fountis sieht Kunst als ein Vehikel für neue Visionen. „Dieses Vehikel bringt mit Mut und Kreativität etwas Einzigartiges hervor“, betont Seidensticker-Fountis.

Anmeldung jederzeit möglich
Für alle Kinder und Jugendliche, die den Fragen „was ist Kunst“, „was ist Inspiration und wo kommt sie her? oder „mit welchen Materialien arbeitet ein Bildhauer?“ auf den Grund gehen und sich dabei kreativ austoben wollen, stehen die Türen des KiT geöffnet. Die Teilnahme ist kostenlos. Um eine Anmeldung unter bildung@kunst-im-tunnel.de wird gebeten.

Zur aktuellen Ausstellung im KiT und der Kunsthalle
Die laufende Ausstellung Akademie [Arbeitstitel] in der Kunsthalle und dem KiT ist angelehnt an der legendären Ausstellungsreihe „bet¬ween“ (1969-1973), die aus Protesten und Unmut von Studierenden insbesondere der Kunstakademie gegenüber der Institution hervorging und stellt die Geschichte der Kunsthalle in den Fokus.

1.Januar 2018

Rat für Kulturelle Bildung – Eltern müssen mit gutem Beispiel vorangehen! 

Eltern sehen Kulturelle Bildung als wichtige Grundlage für den Lebenserfolg ihrer Kinder an. So sind sie der Ansicht, dass musische Bildung bedeutende Auswirkungen auf die persönliche und berufliche Laufbahn ihrer Kleinen hat. Das zeigt die Repäsentativbefragung von Eltern zur Bedeutung und Praxis Kultureller Bildung (Eltern / Kinder / Kulturelle Bildung. Horizont 2017), die im Auftrag des Rates für Kulturelle Bildung vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) durchgeführt wurde. Befragt wurden bundesweit Eltern (331 Mütter und 333 Väter) mit Kindern im Alter von bis zu 17 Jahren, deren ältestes Kind mindestens 3 Jahre ist.

Interesse hängt vom kulturellen Engagement der Eltern ab
Das Interesse der Kinder an verschiedenen Kulturbereichen hängt stark vom kulturellen Engagement der Eltern ab. Ein wichtiges Ergebnis dazu liefert die Repräsentativbefragung aus dem Bereich Musik: Mütter und Väter, die mindestens einmal im Monat ein Instrument spielen, musizieren zu 83% auch gemeinsam mit ihren Kindern. Spielen die Eltern kein Instrument, ist nur ein gutes Viertel der Kinder musikalisch aktiv.

Geringes Interesse bei Eltern mit einfachem Abschluss
Während Eltern aus besseren ökonomischen Verhältnissen, die über einen höheren Bildungsabschluss verfügen, deutlich mehr Wert auf Grundkenntnisse im Bereich Kultur legen, sieht es bei Eltern mit mittlerem oder einfachem Abschluss ganz anders aus: Sie äußern ein geringeres Interesse an Kultur und finden ein Grundwissen in diesem Bereich weniger wichtig. Darüber hinaus trauen sie sich weniger zu, ihr Kind in seinen kulturellen Interessen zu unterstützen. Gerade mal ein Drittel ist davon überzeugt, dem Kind ausreichen helfen zu können.

Lage besonders drastisch bei alleinerziehenden Eltern
Unterdurchschnittlich interessiert daran, dass ihre Kinder außerhalb von Schule und Kita an angeleiteten Kulturangeboten teilnehmen, sind Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss und Alleinerziehende. Sie zeigen ein signifikant geringes Interesse daran, dass ihre Kinder an angeleiteten Angeboten in den Bereichen Kunst, Musik, Tanz und Theater teilnehmen. Somit kommt der Schule als einziger Ort für Kinder aus sozial-benachteiligten Schichten, an dem an dem kulturelle Interessen entdecken können, eine sehr wichtige Rolle zu.

Bundesweite Versorgung nötig
Bereits die Studie „Jugend/Kunst/Erfahrung. Horizont 2015“ des Rates für Kulturelle Bildung zeigte, welche zentrale Rolle den Eltern bei der Herausbildung und Förderung kultureller Interessen von Kindern zukommt. Die ergänzende Untersuchung soll Auskunft darüber geben, welche Bedeutung Kulturelle Bildung aus Sicht von Eltern hat. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine bundesweite qualitativ hochwertige und quantitativ hinreichende Grundversorgung mit Angeboten Kultureller Bildung im vorschulischen Bereich als Ausgleich sichergestellt sein muss.

Zum Rat für Kulturelle Bildung
Der Rat für Kulturelle Bildung ist eine Initiative der Bertelsmann Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Karl Schlecht Stiftung, PwC-Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stiftung Mercator und der Stiftung Nantesbuch. Als unabhängiges Beratungsgremium befasst sich die Initiative mit der Lage und der Qualität kultureller Bildung in Deutschland. Weitere Informationen zum Rat für Kulturelle Bildung erhalten Sie hier

Die Kurzversion der Studie finden Sie hier

 

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