Was macht den Spielplatz auf dem Gertrudisplatz so besonders? Stell dir einen Ort vor, an dem es keine Rolle spielt, ob jemand mit oder ohne Behinderung auf die Welt gekommen ist. Ein Ort, an dem sich alle Kinder auf Augenhöhe begegnen, Freundschaften schließen und einfach Kind sein können. Genau einen solchen Raum haben wir am vergangenen Dienstag gemeinsam mit vielen anderen in Düsseldorf-Eller eingeweiht.
Für uns von KRASS e.V. war dieser Tag ein ganz besonderer Herzensmoment. Wir wurden zur offiziellen Eröffnung des neuen Spielplatzes auf dem Gertrudisplatz eingeladen – und wir wollten diesen Moment unbedingt mit den Kindern teilen, die ihn am dringendsten brauchen. Deshalb haben wir kurzerhand eine Gruppe von Kindern aus verschiedenen Flüchtlingsheimen abgeholt und mit zur Eröffnung genommen. Es war wunderbar zu sehen, wie die Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Startbedingungen – sofort miteinander in Kontakt traten, gemeinsam die neuen Geräte eroberten und einfach Spaß hatten. Genau für solche Momente stehen wir bei KRASS e.V. ein: Teilhabe ermöglichen und Brücken bauen.
Der Spielplatz auf dem Gertrudisplatz ist ein Meilenstein für die Inklusion
Der neue Inklusionsspielplatz am Gertrudisplatz ist kein gewöhnlicher Spielplatz, sondern das bereits 60. Projekt der Initiative „Stück zum Glück“. Seit 2018 arbeiten Procter & Gamble (P&G), REWE und die Aktion Mensch gemeinsam daran, genau solche Orte der Begegnung in ganz Deutschland zu schaffen.
Dass solche Plätze dringend nötig sind, zeigen die Zahlen: Rund 80 Prozent der Spielplätze in Deutschland sind bisher nicht inklusiv gestaltet. Sie schließen Kinder mit Behinderung faktisch aus, da die Geräte oft nicht für ihre Bedürfnisse ausgelegt sind. Hier setzt das neue Spielplatz-Projekt am Gertrudisplatz ein Zeichen. In enger Abstimmung mit dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt ist ein Raum entstanden, der die Unterschiedlichkeit von Menschen als Normalität begreift.
Spielen ohne Barrieren
Was macht diesen Spielplatz am Gertrudisplatz so besonders? Bei der Gestaltung standen Inklusion und ganzheitliche Förderung von Kindern im Mittelpunkt. Egal ob kognitiv, motorisch oder sozial – jedes Kind soll hier gefordert und gefördert werden.
Die Ausstattung des inklusiven Spielplatzes ist beeindruckend durchdacht:
- Spezielle Schaukeln: Mit Stützvorrichtungen für Kinder, die beim aufrechten Sitzen Unterstützung benötigen.
- Ebenerdiges Karussell: Ermöglicht auch Kindern im Rollstuhl oder mit körperlichen Einschränkungen das Mitfahren.
- Barrierefreie Wippe: Mit Rücken- und Fußstützen für Stabilität.
- Sinneswände und Kletterbereiche: Bieten Herausforderungen für verschiedene Altersgruppen und fördern die motorische Entwicklung.
Ein echter „Local Hero“: David Hegemann als Spielplatzpate
Ganz besonders gefreut hat uns die Rolle von David Hegemann. Der Düsseldorfer REWE-Kaufmann ist der Pate des Spielplatzes am Gertrudisplatz und für uns ohnehin ein echter „Local Hero“ in unserem Veedel. Er hat das Projekt nicht nur eng begleitet, sondern lebt das Thema Inklusion tagtäglich vor: Als Träger des „Inklusionspreises für die Wirtschaft 2024“ beschäftigt er in seinen Düsseldorfer Märkten Menschen mit und ohne Behinderung.
Für Hegemann ist Inklusion kein abstraktes Konzept: „Genau dieses Gefühl wollten wir auch hier schaffen: einen Ort, an dem kein Kind ausgegrenzt wird, sondern alle gemeinsam spielen.“ Es ist inspirierend zu sehen, wie sich lokale Akteure so leidenschaftlich für das Miteinander im eigenen Viertel einsetzen.
Gemeinsam bewegen wir etwas
Auch prominente Unterstützung war vor Ort. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller betonte, wie wichtig solche Orte für die Stadtgesellschaft sind. Besonders bewegend war zudem der Austausch mit Para-Leichtathletik-Weltmeister und Botschafter der Initiative, Mathias Mester. Er brachte es auf den Punkt: „Sport und Spiel haben die Kraft, Barrieren zu überwinden und das Selbstbewusstsein zu stärken.“
Die Finanzierung dieses Projekts ist übrigens genauso gemeinschaftlich wie das Spielen auf dem Platz: Durch den Kauf von P&G-Produkten bei REWE fließt jeweils ein Cent in den Bau solcher inklusiven Spielplätze wie der auf dem Gertrudisplatz. Über vier Millionen Euro sind so seit 2018 bereits zusammengekommen.
Ein Ort für alle, den wir in Zukunft immer wieder gerne besuchen werden!
Wir sind dankbar, dass wir bei der Eröffnung des inklusiven Spielplatzes dabei sein durften. Der Tag hat uns einmal mehr gezeigt: Wenn wir alle gemeinsam Räume schaffen, in denen niemand außen vor bleibt, wächst unsere Gesellschaft ein Stück mehr zusammen. Unsere Kinder aus den Flüchtlingsheimen hatten einen unvergesslichen Tag – und wir freuen uns schon darauf, bald mit weiteren Gruppen aus unseren Projekten wieder am Spielplatz am Gertrudisplatz vorbeizuschauen.






Hattest du es gewusst? Der Gertrudisplatz in Eller
Hättest du gedacht, dass der Gertrudisplatz in Eller eine richtig lange Geschichte hat? Lange bevor es dort Spielplätze oder Cafés gab, war der Platz schon immer das Herz des Stadtteils Eller. Die riesige Kirche, die dort steht, nennt man St. Gertrud – sie wurde am 17. März 1901 eingeweiht. Sie sieht aus wie eine alte Burg aus einem Märchen, nicht wahr? Das nebenstehende Rathaus wurde zur gleichen Zeit wie die Kirche gebaut – also vor 125 Jahren.
Früher war Eller noch ein ganz kleines Dorf und dieser Platz der Treffpunkt für alle Leute aus der Umgebung. Wenn man sich die Häuser, die zwischen 1890 und 1910 gebaut wurden, rundherum genau anschaut, sieht man noch heute wunderschöne Stuck-Verzierungen an den Fassaden. Mach mal einen Spaziergang und schau dir diese Verzierungen genau an!
Der Gertrudisplatz ist sogar so besonders, dass die Stadt Düsseldorf ihn schon 1986 unter Denkmalschutz gestellt hat, damit sein historischer Charakter für immer erhalten bleibt. Denkmalschutz bedeutet, dass ein Ort oder ein Gebäude wie ein wertvoller Schatz behandelt wird. Wir passen gut darauf auf, damit es nicht verändert oder abgerissen wird.
Heute ist der Gertrudisplatz ein lebendiger Ort mit Cafés, auf dem sich Menschen zum Verweilen treffen – oder zum Einkaufen auf dem Wochenmarkt. Es ist schon ein tolles Gefühl, auf einem Platz zu spielen, an dem sich schon die Kinder vor über hundert Jahren aufgehalten haben. Der neue Inklusionsspielplatz schreibt nun ein ganz neues Kapitel in der Geschichte dieses schönen alten Ortes. Er zeigt, dass ein historischer Platz sich immer weiterentwickeln kann, damit heute alle gemeinsam Spaß haben können.

